Die Ausstellung „Moonlight at Noon“ präsentiert Gemälde und Papierarbeiten des albanischen Künstlers Orion Shima und des in Bonn lebenden Künstlers Martin Stommel. Beide sind seit mehreren Jahrzehnten künstlerisch tätig und ihre Werke werden international ausgestellt …
Veröffentlicht am 13. April 2021 · von KUNSTLEBEN BERLIN
Die Ausstellung „Moonlight at Noon“ präsentiert Gemälde und Papierarbeiten des albanischen Künstlers Orion Shima und des in Bonn lebenden Künstlers Martin Stommel. Beide sind seit mehreren Jahrzehnten künstlerisch tätig und ihre Werke werden international ausgestellt. Gemeinsamer Nenner der beiden Künstler ist das Genre der figurativen Malerei. Stil und Inhalt von Stommel und Shima verbinden bei allen Unterschieden die den Sujets zugrundeliegenden Archetypen, bzw. die Suche danach.
Die formalen Unterschiede werden durch die Gegenüberstellung verdeutlicht, gleichzeitig verkörpern die meisterlichen Werke der beiden Künstler ein unabhängiges, kulturübergreifendes künstlerisches Medium, das sehr grundsätzlich verbindet.
MARTIN STOMMEL „Paragogé“ Öl auf Leinwand 280 x 330 cm 2019
Der Künstler Martin Stommel zeigt seine großformatige Ölmalerei auf Leinwänden aus den letzten Jahren. Dazu zählt auch der „Amazonenkampf“ von 2018 (220 x 240 cm), ein Bild voller Dynamik und Dramatik. Das Format und das Ringen der Beteiligten als Motiv erinnert an Peter Paul Rubens und sein 1618 entstandenes Gemälde „Der Raub der Töchter des Leukippos“, das mit ähnlichen Maßen (224 x 210 cm) eines der Hauptwerke der Alten Pinakothek in München ist. Kastor und Pollux (griechisch Polydeukes), Söhne der Leda und des Zeus, der sie als Schwan verführt hatte, Brüder der schönen Helena, rauben in der Darstellung von Rubens Hilaeira und Phoibe, Töchter des Königs Leukippos von Argos. Dies geschah kurz vor der Hochzeit der beiden
Mädchen, was möglicherweise noch heute in den Hochzeitsriten als Entführung der Braut eine Rolle spielen könnte und der alten Sage eine bleibende Aktualität verschafft. Die zwei nackten üppigen Blondinen wirken nur bedingt widerspenstig. Eine Amorette links hinter dem Pferdehals beobachtete den Ausgang interessiert. Was an dem Rubensgemälde, Inbegriff barocker Malerei, spannend ist, ist die Art, wie Rubens vier in Bewegung befindliche Personen und zwei Pferde formatfüllend auf einer annähernd quadratischen Fläche unterbringt und doch eine gewisse Natürlichkeit der Bewegungsabläufe erreicht.
Die Dynamik der Bildniederschrift, die Freiheit der Farbwahl, die visionäre Umdeutung in den formalen Lösungen sind rare Qualitäten in der internationalen Kunstszene.
Moonlight at Noon
28.4.2021 – 03.7.2021
janinebeangalleryBeitragsbild: MARTIN STOMMEL „Adonis“, Öl auf Leinwand, 150 x 150 cm, 2020